Die Appenweirerin Marion Hennegriff besuchte kürzlich die Partnergemeinde des Perukreises der Gemeinde. Zwischen Bachelor- und Masterstudium absolvierte sie ein Volontariat auf den Galapagos-Inseln. Außerdem bereiste sie die Länder Ecuador, Bolivien und Peru. In einem Interview erzählt sie von ihren Eindrücken dort.
Zu Besuch bei Padre Augusto in Peru
Haben Sie die Partnergemeinde zum ersten Mal besucht?
Ja, ich war zum ersten Mal zu Besuch in San Pablo de la Cruz. Außer über Veranstaltungen des Perukreises in Appenweier wie bspw. das Fastenessen, hatte ich zuvor keinen Kontakt zur Partnergemeinde. Dieser hat sich erst ergeben, als ich bereits in Südamerika war. Über Klaus Boschert habe ich Kontaktdaten der zuständigen Personen in Peru erhalten. Mit den Infos kam von ihm auch die Ermutigung, die Partnergemeinde zu besuchen. Nach der Kontaktaufnahme mit dem Pfarrer „Padre Augusto“ wurde ich sofort freudig eingeladen.
Wie lange waren Sie dort?
In Südamerika war ich insgesamt knapp drei Monate, davon fünf Wochen in Peru, in der Partnergemeinde selbst war ich zwei Tage.
Wie sind Sie dort aufgenommen worden?
Der Empfang war, wie auch während den ersten Kontakten mit Padre Augusto spürbar, sehr herzlich und aufgeschlossen. Meine Freundin und ich (im letzten Monat war ich gemeinsam mit einer Freundin, die mich auch nach Callao begleitet hat, unterwegs) wurden extra in der Hauptstadt Lima mit dem Taxi abgeholt, um dann nach San Pablo de la Cruz zu fahren. Dort wurden wir unserer Gastfamilie vorgestellt. Im Anschluss war eine Messe, zu der wir eingeladen wurden. Dort wurden wir von Padre Augusto vorgestellt und wir durften eine kurze Ansprache halten. Danach hatten wir die Möglichkeit, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.
Haben Sie verschiedene Projekte besucht? Wie geht das neuste Projekt voran?
Am zweiten Tag waren wir in den Slum-Gebieten von Callao. Dabei haben uns u.a. mehrere Frauen begleitet, die mitunter für die Kinderspeisung zuständig sind. Diese Frauen leisten großartige Arbeit, indem sie jeweils für bis zu 60 Kinder täglich eine warme Mahlzeit bei sich anbieten. Die Kinderspeisung wird über Spendengelder aus Appenweier finanziert. Die Kinder hätten ohne diese Unterstützung nicht genügend Essen. Wir wurden durch das gesamte Slum-Gebiet geführt. Dabei wurden mir die Armut, Bedürftigkeit und die schlechten Lebensbedingungen der Bewohner sehr bewusst. Die Häuser und Straßen sind sehr ärmlich. Im Mittelpunkt des Rundganges stand die Begutachtung des Rohbaus des neuen Gebäudes. Dieses Gebäude soll u.a. als Begegnungsstätte der Jugendlichen der Slums dienen. Der weitere Fortschritt hängt von den zukünftigen Spenden ab.
Was hat Sie in Peru beeindruckt?
Ganz besonders beeindruckt haben mich die Gastfreundlichkeit und die Herzlichkeit der Einheimischen. Ich wurde dort mit offenen Armen empfangen und wurde in das dortige Leben und die hiesige Kultur aufgenommen. Und dieses Gefühl hatte ich nicht nur während des Besuchs in der Partnergemeinde, sondern während meiner gesamten Reise in Südamerika.
Außerdem hat mich die Lebensfreude der Menschen in Südamerika fasziniert. Bekanntlich ist dort der Lebensstandard deutlich niedriger als in Europa, insbesondere in Deutschland. Dennoch strahlen die Südamerikaner eine Fröhlichkeit aus, die ansteckend ist und die manch negative Eindrücke/Lebensbedingungen in den Hintergrund rücken.
In der Partnergemeinde „Ventanilla“ des Appenweierer Perukreises entsteht derzeit durch Initiative des dortigen Pfarrers Augusto Almeyda ein neuer Begegnungsort im Slumgebiet. Von den Fortschritte der Bauarbeiten konnte sich jüngst die Appenweierin Marion Hennegriff bei einem Besuch in Peru überzeugen.
In der Zukunft die „heilige Messe“ dort zu feiern, davon träumt Pfarrer Augusto, der gleichzeitig Initiator und Leiter des Projektes ist. Bald könnte der Traum wahr werden, denn das neue Gebäude nimmt immer mehr Form an. Und wenn es vollendet ist, wird seine Funktion sehr vielfältig sein. Neben dem Nutzen als Gotteshaus sollen die Räume auch für Kommunion- und Firmunterricht sowie für die Ausbildung der Katechistinnen genutzt werden. Außerdem wird ein Kindergarten eingerichtet sowie Raum für Näh-Kurse bieten.
Seit den letzten aktuellen Berichten vom Dezember letzten Jahres hat sich bis heute hat einiges getan. Davon konnte sich Marion Hennegriff überzeugen. Die Appenweierin war im April in Südamerika unterwegs und besuchte unter anderem auch die Partnergemeinde.
Quelle: Marion Hennegriff
Durch zahlreiche Gruppen- und Einzelspenden konnte der Perukreis den Weiterbau finanzieren, welcher ohne Hilfe aus Deutschland nicht hätte weitergeführt werden können.
Dafür bedankt sich der Perukreis bei der Frauengemeinschaft Urloffen, den Gemeindeteams aus Urloffen und Appenweier, sowie den zahlreichen Einzelspendern. „Wir versichern, dass die Spendengelder je nach Zuwendungsvermerk im vollen Umfang in unserer Partnergemeinde für das Projekt Kirchbau und Kommunionkinderspeisung verwendet werden“, verspricht der erste Vorsitzende Klaus Boschert.
Wer etwas für das aktuelle Projekt spenden möchte, kann sich an Klaus Boschert, Perukreis Appenweier, wenden oder direkt auf das Spendenkonto: RK-Kirchengemeinde-Peru-kreis-Appenweier, VoBa Ortenau, IBAN: DE81664900000001123327, BIC: GENODE61OG1 überweisen. Spendenbescheinigungen werden auf Wunsch ausgestellt. Weitere Informationen auf www.appenweier-durbach.de.


