Hoffnungsbrief an den Heiligen Martin

Urloffen feiert sein Patrozinium und den Martinimontag

Am Sonntag, den 10. November feierte die Pfarrgemeinde St. Martin in Urloffen ihr Patrozinium. Der Kirchenchor unter Leitung von David Blasen sang eine Messe von Anton Bruckner mit Orgel- und Trompetenbegleitung. Auch der Musikverein Urloffen bereicherte mit seinen Stücken den Festgottesdienst. In seiner Ansprache verlas Dekan Bürkle einen selbstverfassten Hoffnungsbrief an den Schutzpatron der Gemeinde.

Drei erstaunliche Parallelen zwischen dem Heiligen Martin und Menschen in Urloffen
Darin berichtete er dem Heiligen Martin von Menschen der Pfarrgemeinde, die etwas von dem verstanden haben, was der Heilige Martin gelebt hat. So zog er bemerkenswerte Parallelen.
Der heilige Martin habe sich taufen lassen gegen den Willen seines Vaters und somit viel Mut und Eigenständigkeit gezeigt. In unserer Gemeinde hat sich Hannah Knobbe für den Dienst am Altar entschieden und wurde im Festgottesdienst in den Kreis der Ministranten von Urloffen aufgenommen.  Dies sei ein Ausdruck von Glaubensstärke im jungen Alter. 
Als junger Mann hat der Heilige Martin eine Einsiedelei gegründet, aus der später das Kloster von Poitiers erwachsen ist. Für 10 Jahre treuen Dienst als Ministrant wurde Moritz Töpfer und Annika Weigel mit einer silbernen Medaille geehrt. Als Oberministranten haben sie Verantwortung für die vielen jungen Ministranten in Urloffen übernommen.
Die dritte Parallele vom Leben des Heiligen Martin bezog Bürkle auf den Ruf des Heiligen Martin in den Orden und in den priesterlichen und den bischöflichen Dienst. Zum Bischof wurde Martin durch das Volk erwählt. Als solcher lebte er in der gleichen Bescheidenheit und mit der gleichen Fürsorge weiter, die ihn schon als Abt ausgezeichnet hatte. In der Pfarrgemeinde Urloffen haben die Mitglieder des Gemeindeteams als getaufte und gefirmte Christen die Verantwortung übernommen und sind mit Ideen, viel Herzblut und Tatkraft für die Gläubigen vor Ort da.
 
Hinwendung zum Du statt „My home – my castel“
Am Martinimontag nahm Dekan Matthias Bürkle diesen Faden wieder auf und berichtete nun, wie die Vereine in Urloffen im Geiste des Heiligen Martin ihre Gemeinschaft gestalten. Die feierliche Messfeier im Gedenken an die Opfer der Weltkriege, von Terror und Gewaltherrschaft gestaltete musikalisch der Musikverein sowie die Singgemeinschaft Urloffen.
Anstelle der landläufigen „My home – my castel“ Eigenliebe und Selbstsucht stellen die Vereine das Teilen von Fähigkeiten im Dienst an die Gemeinschaft in den Vordergrund. „Keiner lebt sich selber“ bezog der Geistliche das Wort des Apostels Paulus an die Römer mit ein. Wir brauchen den Anderen, um zu uns selbst zu finden. „In der Hinwendung zum Du finde ich mich selbst.“ erinnerte Bürkle an den jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber. 
 
Mit Widerstandsgeist und –kraft zur Stärkung gefährdeter Demokratie
Im anschließenden Ehrengedenken für die Opfer der Kriege richtete Ortsvorsteherin Pamela Otteni-Hertwig in Anteil nehmender Weise den Blick auf die Opfer der Weltkriege, indem sie Bezüge von den Namen der Gefallenen zu den Namen der Lebenden in Urloffen herstellte.
Ihr Blick wendete sich auch den aktuellen Herausforderungen zu, vor denen unsere Demokratie in diesen Tagen steht. In ausdrucksstarker Weise wünschte sie sich Widerstandsgeist und –kraft für die Mitbürger sowie den Willen durch Verständigung zum Frieden zu kommen.
 
 
Annika Weigl für 10 Jahre Ministrantendienst in Urloffen geehrt
Am Christkönigsonntag überreichte Dekan Matthias Bürkle Annika Weigl für 10 Jahre Ministrantendienst im Rahmen der Messfeier in Zimmern die silberne Plakette.