„Silbermatt glänzende Tränentropfen, Schönheit aus dem Schmerz geboren“ - ein kleines Säckchen mit Tränen und einen Segenswunsch von Maria Sassin bekamen die ca. 50 Mitfeiernden des Gedenkgottesdienstes für Angehörige um Suizid am Freitagabend, den 20.10.2023 mit nach Hause. Pastoralreferentin Antke Wollersen von der Telefonseelsorge Ortenau-Mittelbaden hat gemeinsam mit Trauerbegleiterin Christa Keip und Pastoralreferent Stephan Thüsing den jährlich stattfindenden Gottesdienst rund um diese schwere Thematik vorbereitet.
Zu Tränen ermutigt
Gottesdienst für Angehörige nach Suizid in Durbach
In ihrer Predigt ermutigte sie zu Tränen, so wie auch Jesus beim Abschied um einen Freund getrauert und geweint hat. Die Musikgruppe „Le Chajim" aus Appenweier umrahmte den würdevollen Gottesdienst mit Klarinetten-, Gitarren- und Pianoklängen.
„Ich komme schon seit mehreren Jahren hier her und freue mich, einen Ort für meine Trauer zu haben“, erzählte ein Teilnehmer. Andere freuten sich, bei der anschließenden Begegnung im Gemeindehaus Mitglieder aus ihrer Trauergruppe wiederzutreffen. Sie nahmen gerne Informationen über Literatur oder über die App Krisenkompass mit, um ihre Trauer zu bewältigen.
Im nächsten Jahr findet der Gedenkgottesdienst am 18. Oktober statt - wenigstens einmal im Jahr soll das schwere Thema „Suizid“ Raum haben und Menschen untereinander und mit Gott verbinden.
Dass das gelungen ist, bestätigt eine Teilnehmerin:
„Besonders bewegend war für mich, als der Name meines Mannes vorgelesen und eine Kerze für ihn entzündet wurde. Ich nehme sie mit und stelle sie in meine Erinnerungsecke. Es ist heute Abend ein bisschen heller geworden in meiner Trauer!“
