Der Weg nach Emmaus …

Ostergedanken von Pfarrer Thomas Dempfle

… ist der Titel eines Bildes, das Christel Holl gemalt hat. Sie sehen dieses Bild hier abgedruckt. Die Künstlerin greift dabei die biblische Geschichte des Evangelisten Lukas (Lk 24,13-35) auf, die am Ostermontag in den katholischen Gottesdiensten als Evangelium – als frohe Botschaft – verkündet wird!

Sie kennen diese Geschichte: Nach Jesu Tod machen sich zwei seiner Jünger auf den Weg zurück nach Hause. Sie sind enttäuscht und verzweifelt. Das Leiden und Sterben Jesu hat ihnen alle Hoffnung genommen. Doch plötzlich schließt sich ihnen auf ihrem Weg einer an, den sie nicht kennen. Es ist der auferstandenen Jesus, der sie auf ihrem Weg begleitet,
ihnen den Sinn der Schrift erklärt, der ihnen so zur Lichtgestalt wird, der sie tröstet, der ihnen Mut macht, der ihnen Kraft und Zuversicht schenkt und der sie beim gemeinsamen Abendmahl auf ihrem Weg stärkt. Als ER das Brot bricht, da erkennen sie IHN. Und sie kehren voller Freude nach Jerusalem zurück und verkünden: Der HERR ist uns erschienen! ER ist wahrhaft auferstanden!
Im Bild von Christel Holl führt dieser Weg zu einer Stadt, die auch das himmlische Jerusalem sein könnte, der Weg führt auf jeden Fall nach oben, dem Himmel entgegen, unserer ewigen Heimat! Es ist ein Weg ins Licht! Es ist ein Weg zum Leben, das uns Gott verheißen hat! Dafür steht nicht zuletzt auch das satte Grün, dass diesen Weg säumt! Es ist ein österlicher Weg!
Doch dieser Weg nimmt bereits hier auf der Erde seinen Anfang. Und wir dürfen dankbar sein, dass uns auch hier Leben geschenkt ist, auch wenn diese Leben oft nicht einfach ist, wir diesen Weg – gerade auch in den Tagen der Corona-Krise – mehr als sonst – vielleicht auch tatsächlich nur zu zweit, manchmal aber auch ganz alleine gehen müssen. Doch auf diesem Weg dürfen auch wir mit Jesus rechnen! Der Auferstandene will auch mit uns gehen! Der HERR ist an unserer Seite! Und ER will auch uns auf unserem Weg stärken, und uns – trotz allem – immer wieder neu Freude, Hoffnung und Zuversicht schenken! ER kann das und ER darf das! ER unterliegt keinem Besuchsverbot! Für IHN gilt keine Kontakt-beschränkung!
Das Bild, das in diesem Jahr unsere Osterkerzen in den Kirchen unserer katholischen Seelsorgeeinheit schmückt, erinnert ebenfalls an die Emmausgeschichte. Sie sind am Ostersonntag eingeladen, von diesem Licht der Osterkerze zu holen und dieses Licht mit nach Hause zu nehmen. Bringen Sie von diesem Licht aber vielleicht auch denen, die es in diesen Tagen besonders schwer haben, die wirklich alleine sind und einsam, die um einen lieben Menschen trauern. Das Osterlicht möge Ihnen allen zum Hoffnungslicht werden. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen – trotz allem – ein erfülltes und gesegnetes Osterfest!