Weltgebetstag knüpft Band des Friedens nach Palästina

Den Weltgebetstag feierten am Freitag, den 1. März gut 40 Frauen von Urloffen bis Durbach in der Kirche Hl. Kreuz in Ebersweier. Seinen Ausgangspunkt fand der Gottesdienst in diesem Jahr in Palästina.
Seit dem 7. Oktober 2023 mit dem Massaker der Hamas in Israel und den Angriffen auf den dichtbesiedelten Gazastreifen haben sich dunkle Schatten über diesen Gottesdienst gelegt. Die Ohnmacht und innerliche Zerrissenheit angesichts von Gewalt, Krieg und Vertreibung brachten evangelische und katholische Frauen aus Ebersweier gleich zu Beginn mit einem Klagepsalm ins Wort.

„Durch das Band des Friedens“ – Mottolied vom Chörle intoniert
Wir sind verbunden „durch das Band des Friedens“, so lautete der aus dem Brief an die Gemeinde in Ephesus (Kap. 4,3) entnommene Titel des Weltgebetstag 2024. Das Chörle intonierte diesen Titel, begleitet von Irmgard Bruder-Kraus an der Gitarre und Pastoralreferent StephanThüsing an der Klarinette. Viele neue Lieder aus Palästina, mit deutschem Text unterlegt, bereicherten den Gottesdienst und luden zum Mitsingen ein. Sehr deutlich wurde in diesem Gottesdienst die große Sehnsucht nach Frieden und Gerechtigkeit. 
 
Erfahrung von Vertreibung und Gewalt, aber auch von guter Nachbarschaft
Drei Geschichten von palästinensischen Christinnen trugen die Frauen vor. Jede Geschichte ist ein starkes Beispiel für eine Antwort auf den Aufruf Jesu, einander zu lieben und zu ertragen.
So wurde die Journalistin Shireen Abu Akleh in Erinnerung gerufen, die am 11.5.2022 bei einem Presseeinsatz getötet wurde. Der Tod von Shireen erfuhr weltweite mediale Aufmerksamkeit. Sie war die Stimme für viele palästinensische Frauen und rief so die Besatzungsmacht zur Menschlichkeit auf. Weiter Stimmen erinnerten an die sogenannte „Nakba“ – das Wort steht in Palästina für „Katastrophe“ -  und bezeichnet die Flucht und Zerstreuung von 750 000 Palästinenser*innen zwischen 1947 und 1949. In all den Leiderfahrungen gab es auch Erfahrungen von guter Nachbarschaft zwischen Juden und Palästinensern, die zu der Lehre führen, andere „in Liebe zu ertragen“ und dankbar zu sein für diejenigen die Gutes tun.
 
Orientalisches Essen im Rathaus
Im Anschluss an den Gottesdienst luden die Frauen zu einem orientalischen Essen mit Fallafeln, Humus und Salaten im Rathaus Ebersweier ein. Orangenkuchen und Sesamschnecken wurden zu Minzetee gereicht. Das ökumenische Vorbereitungsteam aus Ebersweier freute sich über einen regen Besuch von gut 40 Gottesdienstbesucherinnen aus allen Orten der Kirchengemeinde. Anita Herrmann aus Urloffen nutzte die Gelegenheit zum Dank und lud alle nach Urloffen zum Weltgebetstag im nächsten Jahr ein.