„Ich freue mich sehr, dass so viele gekommen sind, um die Segnung des einst
zerfallenen Kleindenkmals zu feiern!“ Pastoralreferent Stephan Thüsing hatte eine
stimmungsvolle Andacht vorbereitet. Die Lieder begleitete er an der Klarinette.
Die Anwohner Franz und Birgit Okenfuß stellten zur Feier ihren Hof zur Verfügung.
Horst Zentner sagte in seiner Rede: „Bei einer Führung „Kleindenkmale am Wegesrand“ im Jahr 2024 entdeckten die Teilnehmenden den „erbärmlichen Zustand“ des zerfallenen Bildstöckles. Hier bestand dringender Handlungsbedarf!“
Und es sei auch sofort klar gewesen, dass Armin Heitz sich für die Restaurierung zur Verfügung stellen würde. Steinmetz Armin Heitz war trotz seiner anstehenden Geburtstagsfeier zum 60. Geburtstag bereit, seine Tätigkeit zum Erhalt des Steindenkmals zu erklären. Dafür erhielt er Applaus. Die Bürgerstiftung unterstützte die aufwendige Arbeit von Armin Heitz mit 300 Euro. Werner
Kuderer und Jan Würtle vom Bauhof Durbach packten beim Ab- und Aufbau des Sandstein-Kleinods mit an. Sie übernahmen auch die Gestaltung des kleinen Areals um das Denkmal.
Zentner beschrieb die Bedeutung der Bildstöckle: Mehrere Bildstöckle im Dorf Ebersweier dienten bis Mitte des 20. Jahrhunderts den Gläubigen als Stationen auf dem langen Prozessionsweg. In sorgsamer Handarbeit geschaffen prägen die religiösen Wahrzeichen die Ortenau als sichtbarer Ausdruck der Volksfrömmigkeit. Sie sind ein wertvoller Teil der Kulturlandschaft der Ortenau und stehen im Zeichen des Gedenkens, der Freude oder Dankbarkeit und des Gebets.
Bei der Restaurierung des „Bildstöckle am Stöckweg“ kam die Zahl 1872 zum Vorschein. Die Steinmetz-Firma “Isenmann & Abele“ ist ebenso in Stein gemeißelt. Aus der Ortschronik ist zu entnehmen: Pfarrer Kasper Obert (1862 – 1875) hatte das Bildstöckle gestiftet. „Da auf dem Denkmal keine Widmung ersichtlich ist, könnte es künftig dem Heiligen Wendelinus gewidmet werden,“ sagte der Ortsvorsteher. „Sankt Wendel“ sei in der Geschichte des Dorfes während der Zeit der Maul- und Klauenseuche um Hilfe angerufen worden. Noch heute gibt es in
jedem Herbst eine Wallfahrt: In dankbarer Erinnerung an die Gebetserhörung und Rettung aus jener Not.
Zur Segnungsfeie wurde auf der Leerstelle des Denkmals eine Kerze entzündet. Danach gab es im Hof des Ehepaars Ockenfuß lebhafte Gespräche und den passenden Durbacher Wein „Schöne Zeit“. Eine Spendenkasse ging durch die Reihen.